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Rückblick

Rückblick


28.06.2014

Unterwegs auf dem Hindernisparcour (jetzt mit Video)

Was für eine abenteuerliche Fahrt!
Es fing ganz gut an, pünktlich verließen wir Goch, wo bereits viele Fahrgäste zugestiegen waren. Doch danach handelten wir uns Verspätungsminuten ein, da die Zustiege in den kleinen Bahnhöfen erheblich länger dauerten als geplant. Der Grund: Der Zug war mehr als doppelt so lang wie die Bahnsteige.
Ab Krefeld entspannte sich die Lage. Die 01 1533 lief super und wir konnten damit beginnen die Verspätungen aufzuholen. Bis Köln-West. An diesem "Schicksalsbahnhof" mussten wir warten, da wir auf ein falsches Gleis geleitet wurden. Vom Bahnhof Köln-West werden wir später noch einmal hören...
Mit Volldampf ging es anschließend weiter nach Koblenz, wo die Lok an den Zugschluss umsetzte. Tender vorraus ging dann die Fahrt im gemütlichen Tempo weiter nach Cochem, wo wir mit gut 20 Minuten Verspätung ankamen.

Noch war es trocken, aber das änderte sich - leider - bald.

Rückweg: Am Nachmittag war im eingleisigen Cochemer-Tunnel ein Güterzug liegengeblieben. Danach stauten sich die Züge in beide Richtungen. Unser Abfahrtsgleis in Cochem war durch einen "gestrandeten" Güterzug blockiert, sodass wir erst mit rund 40 Minuten Verspätung an den Bahnsteig gelangen konnten. Das fing ja gut an! Nachdem unsere durchnässten Fahrgäste zugestiegen waren, begann eine sensationelle Aufholjagd. Bis Köln-West betrug die Verspätung nur noch 20 Minuten und wir waren guten Mutes, einigermaßen pünktlich die Zielbahnhöfe zu erreichen, bis Köln-West eben.
Dort mussten wir warten. Nach etwa 10 Minuten erfuhren wir, dass die Strecke nach Neuss komplett bis auf unbestimmte Zeit gesperrt sei. Schnell hat die Lokmannschaft einen Ersatzfahrplan bestellt. Die Umleitung sollte über Köln Hbf, Düsseldorf und Duisburg-Wedau erfolgen. Ein ziemlich großer Umweg, noch dazu teilweise über Güterzuggleise. Aber was sollten wir machen, wir hatten keine andere Wahl.

Im Raum Köln gibt es ein ganz berühmtes Gleis, das so genannte "Schlundgleis". Das heiss so, weil es wie durch einen Schlund unter andere Gleise hindurchführt und dann in einem großen rechstbogen mit starker Steigung in die Bahnhofsggleise einfädelt. Das Gleis ist wirklich berühmt-berüchtigt. Zur Dampflokzeit sind hier oft Züge liegengeblieben. Wenn es eben ging, wurden andere Gleise zum Hauptbahnhof genommen. In Zeiten der elektrischen Traktion hat das Gleis an Schrecken verloren. Für eine 10.000 PS starke E-Lok ist das enge, steigungsreiche Gleis mittlerweile kein großes Problem mehr.

Unser Zug bestand aus der Dampflok 01 1533, einem 80 Tonnen schweren Doppeltender und 12 Reisezugwagen. Der seit Monaten völlig ausverkaufte UEF-Westfalendampf-Zug war rund 360 Meter lang und 650 Tonnen schwer.
Und woher wurden wir geleitet? Richtig: Natürlich durch das Schlundgleis!!! Um den Schwierigkeitsgrad noch etwas zu erhöhen, wurde das in der stärksten Steigung befindliche Siganl auf Halt gestellt. Dort standen wir nach dem 1. Versuch erst einmal. Eine Anfahrt dort war völlig unmöglich, das war sofort klar. Also zurückrollen lassen, Anlauf nehmen und mit Volldampf die Steigung hoch. Oben angekommen handelten wir uns eine Zwangsbremsung ein, der Zug stand erneut. Wieder zurück, Anlauf nehmen und im 3. Versuch hat`s geklappt. Mit Volldampf durch das Schlundgleis mit 650 Tonnen! Oben wurden wir von vielen Zaungästen freudig winkend erwartet. Das Spektakel war lange zu hören. Wann hat es das zuletzt gegeben?
Nächster Halt Köln Hbf. Hier verließen einige Fahrgäste den Zug die eigentlich in Dormagen und Neuss aussteigen wollten. Weiter ging die Fahrt über die Hohenzollernbrücke in Richtung Düsseldorf und von dort über Güterzugstrecken nach Duisburg-Wedau. Unterdessen wurde im Barwagen ordentlich gefeiert. Die Stimmung war bestens, trotz der nun 2 stündigen Verspätung.
Wir erreichten Goch gegen 1:15 Uhr in der Nacht. Hier verließen die letzten Reisenden den Zug. Eins ist schon klar, die Fahrt wird keiner so schnell vergessen. Abenteuer Dampfeisenbahn.

Wir bedanken uns herzlich bei den Fahrgästen für Ihre Geduld und für die gute Stimmung im Zug. Daneben möchten wir uns auch bei der freiwilligen Feuerwehr in Goch bedanken, die in der Nacht von Freitag auf Samstag die Dampflok mit Wasser versorgt hat.





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